Um was geht es in diesem Blogartikel?
- Was ist das innere Kind überhaupt?
- Wie entsteht Scham?
- Die Auswirkungen
- Was ist das positive an der Scham?
- Wie geht man damit um?
1. Was ist das innere Kind überhaupt?
Das "innere Kind" ist ein psychologisches Konzept, das sich auf die Idee bezieht, dass wir alle eine innere Vorstellung oder Repräsentation unseres kindlichen Selbst in uns tragen. Dieses innere Kind repräsentiert unsere kindlichen Bedürfnisse, Emotionen, Verletzungen und Erfahrungen, die wir im Laufe unserer Kindheit gemacht haben.
Das innere Kind kann sowohl positive als auch negative Aspekte umfassen. Auf der positiven Seite steht das innere Kind für unsere Kreativität, Spontaneität,
Neugierde und Unschuld. Es kann uns helfen, unsere kindliche Freude am Leben zu bewahren und uns mit unseren emotionalen Bedürfnissen zu verbinden. Die Freude an einer Blumenwiese, an den
Wolken die vorbeiziehen, an den Duft von Zuckerwatte, am Drachen steigen lassen.
Auf der negativen Seite kann das innere Kind auch für unverarbeitete emotionale Verletzungen, Traumata oder unerfüllte Bedürfnisse stehen, die aus der Kindheit stammen. Diese können sich in Form von Ängsten, Unsicherheiten, Wutausbrüchen oder anderen emotionalen Reaktionen zeigen.
2. Wie entsteht Scham?
Die Scham des inneren Kindes bezieht sich auf Schuld oder Unzulänglichkeit die meist in der Kindheit entstanden sind. Es kann sein, dass du kritisiert oder abgelehnt wurdest, was dazu geführt hat, dass du dich minderwertig oder unzulänglich fühltest. Diese negativen Erfahrungen können
tief in deinem Unterbewusstsein verankert sein.
Auch gesellschaftliche Normen und Erwartungen können zur Entstehung von Schamgefühlen beitragen. Wenn du das Gefühl hast, den Erwartungen anderer nicht zu
entsprechen oder nicht gut genug zu sein, kann dies Scham auslösen. Man schämt sich sozusagen vor sich selber weil man es nicht schafft zu entsprechen.
Manchmal entsteht Scham auch durch persönliche Fehler oder Versäumnisse die du gemacht hast. Man fühlt sich schuldig und denkt, dass man es nicht verdient hat geliebt oder akzeptiert zu werden.
Die Bezugspersonen: Ein spöttisches Lachen, ein verächtlicher Blick, eine abfällige Bemerkung, ein Satz nichts machst du richtig, dazu bist du zu klein, so geht das nicht, immer machst du Fehler. Keine Erklärung, kein schau mal so geht das, versuch mal es so zu machen und irgendwann traust du dich nicht mehr das zu tun, was du eigentlich tun möchtest.
Aktuelles Leben als Erwachsener: Du möchtest etwas auf deine Art und Weise machen - wie du z.b. den Tab in den Geschirrspüler gibst. Du
legst ihn in den Korb, aber es gibt ein Fach dafür und Du bekommst Kritik und denkst ich kann nichts richtig machen, du ärgerst dich. Dahinter, ein Gefühl tiefer, kann sich die Scham
verstecken, weil man doch eigentlich wissen sollte wie das funktioniert.
Die Scham
Ich schäme mich für meine Unwissenheit, weil ich nicht weiss wie die Hauptstadt von Ungarn heisst
Ich schäme mich für meine Dummheit, dass ich einer Freundin etwas anvertraut habe und sie es weitererzählt
Ich schäme mich, weil ich einen Partner habe der zuviel trinkt
Ich schäme mich, weil ich nicht weiß wie man einen Konflikt löst
Ich habe Depressionen und schäme mich, weil ich das nicht in den Griff bekomme
Das Kind wird kriminell und man schämt sich, es nicht besser erzogen zu haben
3. Die Auswirkungen
Die Auswirkungen der Scham des inneren Kindes können vielfältig sein und sich in Form von Unzufriedenheit, sich unwohl fühlen, Selbstkritik, Selbstzweifel, Perfektionismus, Angst vor Ablehnung, Depressionen oder anderen psychischen Problemen äußern. Es kann auch dazu führen, dass man sich selbst sabotiert, Beziehungen meidet oder sich isoliert. Diese Gefühle können tief verwurzelt sein und das Selbstwertgefühl und die Selbstakzeptanz beeinträchtigen. An sich ist Scham zu spüren eher schwierig, meist erlebt man sie als eine innere Härte, als Abwehr, als ärgerlich sein.
4. Was ist das positive an der Scham?
Ein positiver Aspekt der Scham ist, dass sie uns auf unsere eigenen Werte und Normen aufmerksam machen kann. Jeder von uns hat viele Werte die uns sehr wichtig sind. Wie Familie, Ehrlichkeit, Ordnung, Respekt ua. Werden unsere Werte verletzt kann es passieren, dass wir uns schämen. Wenn wir uns schämen zeigt uns das, dass wir gegen unsere eigenen moralischen Maßstäbe oder Erwartungen verstoßen haben.
Oder unser PartnerIn tut etwas und wir schämen uns für ihn/sie z.b. Wir haben gelernt das Gesetz zu respektieren, man klaut nicht und jemand der uns nahesteht verletzt diese Regeln/Normen, einerseits von mir und andererseits der Gesellschaft und dann geschieht das sogenannte Fremdschämen.
Das hilft uns dann auch, dass wir unser Verhalten reflektieren und möglicherweise positive Veränderungen vornehmen, um unseren eigenen Standards gerecht zu werden. Scham kann auch ein Antrieb für persönliches Wachstum sein. Indem wir uns unserer Scham stellen und sie reflektieren, können wir an unseren Schwächen arbeiten, uns selbst besser kennenzulernen um ein authentischeres und erfüllteres Leben zu führen.
Darüber hinaus kann Scham auch Empathie fördern. Wenn wir selbst Scham empfinden, können wir besser nachvollziehen, wie sich andere in ähnlichen Situationen
fühlen könnten. Das macht uns natürlich auch sensibler für die Gefühle und Emotionen anderer und wir entwickeln unter Umständen mehr Verständnis, für uns selber und für
andere.
5. Wie geht man damit um?
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Sich selbst annehmen lernen mit seinen Stärken und Schwächen, niemand ist perfekt
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Darüber sprechen, der Vergangenheit mit ihren Gefühlen einen Platz geben
- Darüber nachzudenken wo sie herkommt die Scham - wer hat dich belächelt, abgewertet
- Selbsturteile zurückstellen
- Positive Glaubenssätze ins Leben integrieren
- Gefühle annehmen und unser inneres Kind gedanklich in den Arm nehmen
- Tu das was dir Freude macht, kicke mal ein Coladose durch die Gegend
- Fahre in einen Freizeitpark und fahre mit allem was es gibt
Die Heilung des inneren Kindes und die Heilung der Scham des inneren Kindes, erfordert eine liebevolle und mitfühlende Herangehensweise an sich
selbst.
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Nimm dir Zeit und verbinde dich bewusst mit deinem inneren Kind z.b. durch eine Meditation
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Achte einmal auf deine Bedürfnisse - wenn du gestresst bist, brauchst du vielleicht erstmal Ruhe und keine Actionreichen Unternehmungen
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Achte einmal auf deine Emotionen und Gefühle und versuche zu beschreiben was es ist, Traurigkeit, Wut, Ärger?
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Akzeptiere dein inneres Kind mit all seinen Gefühlen, Ängsten und Verletzungen
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Gib dir selbst Mitgefühl und Verständnis für das, was du als Kind durchgemacht hast
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Heile deine Wunden aus der Kindheit durch eine Beratung, Meditationen, Malen, Tanzen
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Lerne gesunde Grenzen zu setzen und sag auch mal nein oder das lasse ich mir nicht gefallen, du brauchst keine weiteren Verletzungen mehr
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Sorge gut für dich - geh spazieren wenn dir danach ist, leg dich hin wenn du Ruhe brauchst, gehe aus wenn du Abwechslung brauchst
- Du bist erwachsen und kannst dich um dein inneres Kind und um deine Heilung kümmern, tu es
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Vergebe dir selbst für all das was du nicht kannst oder nicht weisst. Hey bitte, wir lernen doch unser Leben lang ganz viele Dinge, egal wie alt wir werden oder sind. Statt sich kritisiert zu fühlen könntest du sagen - Ah so geht das , wie super ist denn das
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Verletzungen oder Enttäuschungen könnte man auch langsam mal gehen lassen oder?
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Integriere dein inneres Kind in dir, in dich und in dein Leben, du wirst es ohnehin nicht los
Sowieso ist die Heilung des inneren Kindes ein fortlaufender Prozess, der Zeit, Geduld und Achtsamkeit erfordert. Es kann hilfreich sein, Unterstützung in Anspruch zu nehmen, um diesen Prozess zu begleiten und tiefergehende emotionale Blockaden aufzulösen.
Schön, dass du meinen Blog liest, über einen Kommentar freue ich mich sehr.
Herzlichst deine Andrea
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